Rainer Mehl, Sprecher im Track Parallelwelten
Veröffentlicht am 23. April 2007 um 12:07 Uhr von Carmen Ullrich-Nolte

Der Leiter Strategy & Change Consulting bei IBM Deutschland und Nordosteuropa spricht über das Potential für Produkte und Geschäftsmodelle in den virtuellen Welten. Dr. Rainer Mehl diskutiert, womit reales Geld verdient werden kann und untersucht Second Life als Möglichkeit, zukünftige Geschäftsmodelle zu testen und bestehende zu erweitern. Zahlreiche Forscher, Ingenieure, Entwickler und Berater von IBM arbeiten bereits in Second Life. Mit mehr als 24 Inseln ist IBM einer der größten Second-Life-Landbesitzer.
Wie können Kompetenzen aus der realen Welt in der virtuellen Welt gewinnbringend eingesetzt werden? Wie lassen sich für die handelnden Personen besondere Erlebnisse schaffen? Wie werden die dadurch geschaffenen Kundenbeziehungen in die reale Welt übertragen? So und ähnlich lauten die Fragestellungen, an denen IBM gemeinsam mit seinen Kunden arbeitet.
Die Vision von IBM: Die Leistungsstärke heutiger Hard- und Software, Web 2.0 und virtuelle Welten werden zu einem 3D-Internet und zu 3D-Intranets in Unternehmen führen. Derzeit bewegen sich 3D-Plattformen wie Second Life noch im Stadium der Erkundung bzw. des Spieltriebs.
„Die Idee des 3D-Internets wird nur dann Realität, wenn der Datenaustausch zwischen den verschiedenen Plattformen auf offenen Standards basiert. Eine Silostruktur, wie wir sie bis heute im Internet beim Thema Instant Messaging haben, darf es nicht geben. Es braucht ein HTML für virtuelle Welten.“
Die Nutzer kommen durch intensive Interaktionsmöglichkeiten im Umfeld von Social Software/Web 2.0 ins Spiel. Von diesen Möglichkeiten sollten Unternehmen profitieren, indem sie die Nutzer in die Entwicklung von Produkten einbinden:
„Die Nutzer virtueller Plattform sollten daher nicht nur als mögliche Käufer von Produkten und Dienstleistungen betrachtet werden, sondern als wichtige ‚Mitentwickler und Kritiker’ von Produkten und Dienstleistungen. Der Produkt- oder Dienstleistungsanbieter hat so die Möglichkeit, seine Konsumenten direkt zu erreichen und anzusprechen. Das ist der unmittelbare, direkte Zugang zum Kunden. In der realen Welt sind die Aufwände für die Durchführung von Marktstudien und Kundenfeedbackbefragungen eben auch weitaus ‚realer’."
In seinen über 12 Jahren in der Beratung hat Rainer Mehl vorwiegend strategische und organisatorische Fragestellungen bearbeitet. Zwischen 2001 und 2005 war er Relationship Partner für einen der globalen Topkunden von IBM und in dieser Funktion verantwortlich für den weltweiten Beratungsservice. In seiner aktuellen Position ist er Sponsor und Mitautor der Global CEO Study on Innovation von IBM.
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